Medellín – „Die Stadt des ewigen Frühlings“ (IV) / Kolumbien

Mit dem Flieger ging es von Santa Marta nach Medellín, wo ich gar nicht weiß, wo ich mit meiner Erzählung anfangen soll, weil es hier einfach so viel zu unternehmen und sehen gibt. Schon der Name sagt einiges über das Klima, denn sind deutlich mildere und angenehmere Temperaturen als in den anderen Städten zuvor.

Meine Unterkunft befand sich in El Poblado, ein Viertel, dass hauptsächlich aus Restaurants, Bars und Clubs besteht.

Top 6 Sightseeing Spots

Es gibt einige Sehenswürdigkeiten, die ein Besuch wert sind:

  1. Comuna 13

Das ehemalige Viertel, das von den Guerillas besetzt war und heute kaum noch daran erinnert, ist verziert mit zahlreichen riesigen Graffitis, die alle paar Monate wieder neu gemalt und gesprüht werden.

  • Pueblito Paisa

Dieses nachgebaute kolumbianische Minidorf besteht nur aus einem kleinen Platz mit einigen wenigen Häusern drum herum, etliche Souvenirshops und Food Trucks. Aber man hat einen grandiosen Blick auf die Stadt.

  • Museo de Antioquia

Eine grosse Sammlung mit Botero Werken,der es dem Museum gestiftet hat.

  • Palacio de la Cultura Rafael Uribe

Ein überwältigend schönes Gebäude mit Ausstellungsräumen, einer Bibliothek und tollem Ausblick vom Dach aus.

  • Jardín Botánico

Da Medellín jede Menge Autoverkehr hat und ziemlich hektisch ist, bietet der Botanische Garten sich als Oase der Entspannung an.

  • Museo Cementerio San Pedro

Sehr beeindruckend sind die alten Gräber, Gruften bzw. Mausoleen.

Ist Medellín gefährlich?

Medellín galt einst als gefährlichste Stadt der Welt, das sich nun aber durch den Tourismus sehr gewandelt hat. Schaut man viel Netflix, so wie ich, dann sind einem auch nicht verschiedene Serien, wie Narcos entgangen, sodass man natürlich schon ein gewisses Bild von der Stadt hat. Denn Kolumbien war geprägt durch seinen Bürgerkrieg und sozialen Unterschieden, die Spannungen und Gewalt hervorriefen. Durch den illegalen Handel mit Kokain, entstand die Kluft zwischen Arm und Reich und gleichzeitig entstand das Medellín Kartell. Medellín avancierte zur Mordhauptstadt der Welt und die Comuna 13 zum gefährlichsten Bezirk Medellíns.

Weltweit bekannt ist Drogenbaron Pablo Escobar, der in den 80er Jahren zu einem der reichsten, aber auch brutalsten Männer der Welt gehörte. Besonders bekannt ist seine Devise „Plata o plomo“ (Silber oder Blei), was so viel wie „du lässt dich bestechen oder stirbst durch eine Kugel“ bedeutet.

Natürlich gehört es beim Besuch von Medellín auch dazu, sich die Orte nochmal anzuschauen, bei denen sich Escobar zu Lebzeiten aufgehalten hat. Spannung pur!

Innovationen in Medellín?

Medellín wurde 2013 von der City Bank und vom Wall Street Journal zur innovativsten Stadt der Welt ernannt, vor New York und Tel Aviv. Die Stadtentwicklung hat sehr viel getan, denn es wurden zum Beispiel Seilbahnen gebaut, die die Armenviertel mit dem gehobenen Zentrum und dem öffentlichen Nahverkehr in den Rest der Stadt und des Landes verbindet.

Ich besuchte einige Coworkings und habe erfahren, dass es zahlreiche Startups in der Stadt ansässig sind und auch viel für Unternehmertun seitens Politik gemacht wird. Wenn man beispielsweise den Studiengang „Electrical Engeneering“ belegt, müssen keine Studengebühren gezahlt werden. Im Gegenteil: Man erhält noch zusätzlich Gründerstipendien. Innerhalb der nächsten drei Jahre möchte Medellín ihren öffentlichen Nahverkehr auf Elektrobusse umstellen. Sehr faszinierend!

Tatsächlich muss jedoch sagen, dass sich mein Bild komplett gewandelt hat, denn ich bin wirklich mehr als positiv überrascht. Es gab keinen Moment, bei dem ich mich unsicher fühlte. Ganz im Gegenteil: Die Menschen, bzw. KolumbianerInnen im Allgemeinen, sind so freundlich und hilfsbereit. Die Historie finde ich mehr als bemerkenswert und eindrucksvoll, sodass ich immer wieder Gänsehaut bekam und gleichzeitig schwärmen muss. Medellín ist in allen Facetten wirklich faszinierend!