Thessaloniki – mehr als nur Gyros.

Wenn man über Griechenland als Urlaubsland spricht, so fallen einem zunächst nur griechische Inseln wie Kreta oder Rhodos ein, vielleicht auch noch die Hauptstadt Athen. Weniger bekannt ist aber die zweitgrößte Stadt Thessaloniki, die direkt am Meer liegt und sehr viel zu bieten hat.
Nachdem ich in Russland täglich gefroren habe, erlebte ich nun in Thessaloniki wieder einen Klimaumschwung. Jeder Tag hatte Temperaturen zwischen 19 bis 23 Grad, für mich aber gefühlte 28. Die Einwohner von Thessaloniki sind sehr freundlich und hilfsbereit, viele sprechen sehr gut Englisch. So war es für mich nicht besonders schwierig den richtigen Bus in die Stadt zu nehmen und dabei auch noch einmal umzusteigen. Genau wie in St. Petersburg kämpfte ich auch hier wieder mit dem Problem, dass ich die Schrift nicht lesen konnte.

Insgesamt habe ich viel mit Thomais unternommen, die ich ebenfalls beim Couchsurfing kennenlernte. Ich war sehr froh, dass sie so viel Zeit hatte. Und noch viel mehr darüber, dass wir uns mehr als blendend verstanden. Wir unternahmen viel, machten Sightseeing-Touren, quatschen stundenlang einfach nur bei ihr daheim, gingen feiern oder saßen am Strand und genossen den wunderschönen Sonnenuntergang.
Ihre Wohnung ist überschaubar und süß eingerichtet. Aber faszinierend war  das erste Mal, als ich duschen gehen wollte und vergeblich das Bad suchte. Daraufhin Thomais Antwort: „Es gibt kein Bad!“ Wie bitte? Tatsächlich war mitten im kleinen Toilettenraum am Waschbecken ein Duschkopf angebracht. Ich stand also völlig verwirrt in der Toilette und habe mich da abgeduscht. Beim ersten Mal habe ich den kompletten Raum unter Wasser geschwemmt – die Wasserlache lag noch draußen im Flur. Die nächsten Tage lief es besser und ich gewöhnte mich daran mich beim duschen im Waschbeckenspiegel anschauen zu können.
Die Tage hatten alle einen ähnlichen Ablauf, wir waren tagsüber unterwegs, hauptsächlich shoppen, denn das kann man hier wahnsinnig gut. Schuhe, Schmuck und Klamotten kosten gefühlt nichts! Die Auswahl ist mehr als beängstigend: ein Shop oder Boutique reiht am nächsten. In der Hauptstraße gibt es über 100 kleine Läden, wo man alles bekommen kann. Ich habe tatsächlich das erste Mal in meinem Leben einen Koffer zusätzlich zu meinem Handgepäck gekauft, um die neu gekauften Sachen unterzubringen. Der Koffer hatte gerade mal 25 EUR gekostet…
Aber noch besser als Shoppen gehen, kann man in Thessaloniki essen und trinken. Beliebt sind besonders verschiedene Fleischgerichte, wie Gyros mit Tzazikki, gerne dazu auch Pommes. Als delikate Nachspeise empfehle ich das dreieckige Gebäck aus dem Vorort Panorama, ein Vanillepudding-Blätterteig-Gebäck. Köstlich!
Zu Mittag wird meist erst spät gegessen, so zwischen 14 und 15 Uhr. Dafür geht man auch spät Abend essen. Um die Zeit aber aufzuholen, wird bereits beim Abendessen Alkohol zu sich genommen, damit es danach in eine der zahlreichen Bars geht. Denn die Griechen trinken und feiern gern und das am Liebsten JEDEN Tag – auch in der Woche. Alle Bars waren selbst an einem Montag rappel voll, die Musik hier lauter als dort.
Insgesamt war ich sehr angetan von der gesamten Lebenskultur, auch wenn ich hier nicht wohnen könnte, da alles doch sehr stark auf Freizeitaktivitäten und Ausgehen ausgelegt ist, aber ich komme gerne wieder. Spätestens für die nächste Shoppingtour!